Rad & Reifen

Reifen sind ein entscheidender Faktor für die Fahrssicherheit Ihres Wagens. Es gibt zahlreiche Reifenvarianten, und alle basieren auf unterschiedlichen technologischen Anforderungen, die bei der Entwicklung des jeweiligen Automobils vom Hersteller vorgegeben werden. Den Anforderungen der immer leistungsfähigeren Kraftfahrzeuge wird man heute durch laufrichtungsgebundene Profil-gestaltung und den Einsatz hochmoderner Materialien gerecht.

Laufrichtungsgebundene Reifen haben den Vorteil, dass das Aquaplaningverhalten erheblich günstiger ausfällt als bei Reifen ohne Laufrichtungsbindung, da sie das Wasser wesentlich besser ableiten können. Hierbei spielt die Laufflächenmischung eine nicht unerhebliche Rolle. Dennoch bleibt die Wahl der Bereifung immer nur ein Kompromiss, denn es gibt keinen Reifen, der in allen Einsatzbereichen optimale Ergebnisse erzielt.

Sommer- und Winterreifen basieren auf sehr unterschiedlichen Gummimischungen und Karkassenkonstruktionen. Sommerreifen sind für Geschwindigkeiten bis zu 300 km/h oder sogar darüber hinaus ausgelegt. Entsprechend müssen Karkasse und Laufflächenmischung den enormen Kräften, denen sie ausgesetzt sind, Stand halten können und gleichzeitig für größtmöglichen Aquaplaningschutz sorgen. Dies geht zu Lasten der Wintertauglichkeit.

Winterreifen mit kältefreundlichen Lauf-flächenmischungen bleiben auch bei Straßen-oberflächentemperaturen unter +7° C noch elastisch und sorgen durch moderne Lamel-lentechnik und Silica-Anteile im Laufstreifen für optimale Traktion auf Matsch, Eis und Schnee. Dadurch verkürzen sich die Bremswege bei winterlichen Straßenbedingungen erheblich. Das Geschwindigkeitsspektrum reicht hier bis maximal 240 km/h.

Die Lebenserwartung eines Reifens

Reifen sind die einzige Verbindung zwischen Fahrzeug und Fahrbahn. Außer der Last, die sie zu tragen haben, müssen sie alle Kräfte übertragen, die auf das Fahrzeug wirken oder von diesem erzeugt werden. Die Beanspruchungen, denen heute ein Autoreifen ausgesetzt ist, sind nicht zuletzt aufgrund des rasanten Fortschritts in der Fahrzeugentwicklung immens. Dabei wird die Funktionstüchtigkeit jedes Reifen mit zunehmendem Alter deutlich negativ beeinträchtigt, sei es aufgrund äußerer physikalischer Einwirkungen oder bedingt durch materialschädigende chemische Prozesse.

Trotz verschiedener vom Hersteller verwendeter Alterungsschutzmittel lässt sich ein Altern der Reifen nicht verhindern. Wie hoch die Lebenserwartung Ihres Reifens konkret ist, hängt entscheidend von den jeweiligen Einsatzbedingungen ab und unterscheidet sich in Abhängigkeit vom gefahrenen Reifentyp mitunter deutlich. So unterliegen beispielsweise Hochgeschwindigkeitsreifen der Kategorie V (bis 240 km/h) weit höheren Beanspruchungen als solche, für die niedrigere Geschwindigkeitswerte gelten. Generell aber sollte Ihr Reifen aus Sicherheitsgründen nicht länger als maximal sechs Jahre in Gebrauch sein.

Um jedoch den Alterungsprozess zu verzögern und den Qualitätsverlust über lange Zeit so niedrig wie möglich zu halten, ist sowohl eine achtsame Fahrweise als auch die sachgemäße Lagerung der Reifen besonders wichtig. Hier einige Tipps, wie Sie den Verschleiß Ihres Reifens effektiv reduzieren können:

Prüfen Sie regelmäßig den Luftdruck Ihres Reifens, und achten Sie darauf, dass dieser weder zu hoch (hoher Verschleiß, starker Mittenabrieb), noch zu niedrig (ungleichmäßiges Abfahren, Gefahr von Reifenplatzern) ist. Den Luftdruck immer bei kaltem Reifen prüfen

Kontrollieren Sie Ihre Reifen alle 14 Tage auf Schnitte, Risse, Beulen und Fremd-körper, und checken Sie zusätzlich die Lauffläche auf falschen Abrieb. Achten Sie jedoch darauf, dass eine Reinigung des Reifens mit zu hohem Druck bei zu geringem Abstand (z.B. Hochdruck-reiniger) binnen kürzester Zeit starke Schäden verursachen kann.

Hindernisse (Bordsteine, Kanaldeckel) langsam und nicht im spitzen Winkel überfahren. Wird der Reifen zu stark geklemmt, können irreperable Schäden entstehen, die im Unterbau des Reifens zu Reifenplatzern führen können. Verliert der Reifen Luft, bitte umgehend einen Fachmann aufsuchen.

Inspizieren Sie regelmäßig Ihre Stoßdämpfer, und achten Sie auf eine korrekt eingestellte Achsgeometrie. Sind Vorspur oder Sturz verstellt, erhöht sich der Verschleiß Ihres Reifens erheblich.

Und noch ein Hinweis für Reisende mit dem Wohnwagen: Gerade wenig gefahrene Reifen unterliegen einem beschleunigten Alterungsprozess. Durch einseitige Belastung des oft über Wochen am gleichen Platz stehenden Wohnwagens sowie einer erhöhten Einwirkung von UV-Strahlung werden solche Reifen oft schneller spröde. Auch hier gilt: Spätestens nach sechs Jahren einen kompletten Reifenwechsel vornehmen – auch bei gut erhaltenem Restprofil!

Der richtige Luftdruck für optimale Sicherheit und Leistung

Die Lebensdauer und Sicherheit eines Reifens ist maßgeblich abhängig vom richtigen Luftdruck. Dieser Wert wird gemeinsam vom Reifen- und Fahrzeughersteller für jedes Fahrzeug individuell festgelegt. Ein optimaler Luftdruck ist Garant für sicheres und komfortables Fahren bei größtmöglicher Wirtschaftlichkeit.

 

Folgen zu niedrigen Luftdrucks:

Ein zu niedriger Luftdruck führt zu erhöhtem Reifenverschleiß an beiden Reifenschultern. Zusätzlich sorgt der erhöhte Rollwiderstand für einen Anstieg des Kraftstoffverbrauchs. Zu geringer Luftdruck erhöht außerdem die Unfallgefahr durch Reifenplatzer.

Folgen zu hohen Luftdrucks:

Ein zu hoher Luftdruck führt zu erhöhtem Verschleiß in der Laufflächenmitte. Die verringerte Aufstandsfläche bietet keine optimale Traktion beim Bremsen und Beschleunigen.Gleichzeitig verschlechtern sich Kurvenstabilität und Komfort.

 

Und so beugen Sie vor:

  1. Luftdruck regelmäßig alle 2 bis 4 Wochen prüfen.
  2. Kontrolle am kalten Reifen vornehmen.
  3. Niemals am warmen Reifen Luft ablassen.
  4. Ventilkappe immer aufschrauben.
  5. Verliert der Reifen Luft, sollte die Ursache von einem Fachmann überprüft werden.
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